Prospektiv offene, nicht kontrollierte multizentrische Phase-II-Studie zur Evaluation einer Kombinationschemotherapie mit Gemcitabin / Oxaliplatin bei Patienten mit rezidivierten oder therapierefraktären Keimzelltumoren



Eine kleine Gruppe von Patienten mit Hodentumoren kann trotz der aktuell verfügbaren differenzierten Therapiemöglichkeiten nicht geheilt werden. Vor allem für Patienten mit Rezidiv nach einer Hochdosis-Chemotherapie oder Patienten, deren Tumor nicht auf cisplatin-haltige Therapie anspricht, ist derzeit kein therapeutischer Standard definiert. Dennoch kann bei einigen Patienten ein Behandlungsversuch unter palliativen Gesichtspunkten sinnvoll sein.
Oxaliplatin ist ein neues Platinderivat mit deutlich geringerer Nephro- und Myelotoxizität als Cisplatin, Gemcitabin ist ein neues Nukleosidanalogon. Beide Substanzen haben in Phase-II-Studien eine Aktivität bei Hodentumorpatienten gezeigt. In-vitro-Daten deuten auf einen synergistischen Effekt von Gemcitabin und Oxaliplatin hin, nach bisherigen Studien scheint die Kombination der beiden Substanzen mit akzeptabler Toxizität möglich.


Studienziele:
  • Durchführbarkeit, Verträglichkeit und Wirksamkeit einer Kombi-
    nationschemotherapie mit Gemcitabin/Oxaliplatin

 

Einschlusskriterien:
  • Histologisch nachgewiesener seminomatöser oder nichtseminomatöser Keimzelltumor

  • Rezidiv innerhalb von 8 Wochen nach mindestens 2 verschiedenen cisplatin- haltigen Chemotherapien-Regimen oder
    Progress oder Rezidiv nach Hochdosis-Salvagetherapie oder
    Progress unter cisplatin-haltiger Salvage-Chemotherapie oder
    schwere Begleiterkrankung, die eine aggressive platin-haltige
    Chemotherapie oder hochdosierte Chemotherapie nicht erlaubt

  • Messbare Tumorläsion(en) und dokumentierte Progression

  • Patienten-Compliance und geographische Nähe

  • Lebenserwartung > 3 Monate

  • Karnofsky Index <= 60

  • Alter zwischen 18 und 70 Jahren

  • Ausreichende Knochenmark-, Leber- und Nierenfunktion bei Therapiebeginn

  • Schriftliche Einwilligung des Patienten nach vorheriger Aufklärung

 

Ausschlusskriterien:
  • Akute Infektion

  • Symptomatische kardio- und cerebrovaskuläre Erkrankung

  • Maligner Zweittumor außer Basaliom

  • Intervall seit letzter Chemotherapie < 3 Wochen

  • Simultane Radiatio der Indikatorläsion

  • Schwere Tumorkomplikationen, die eine akute Intervention benötigen

  • Vortherapie mit Oxaliplatin oder Gemcitabin

  • Vorbestehende Neuropathie >= NCI-CTC Grad 2

  • Gleichzeitige Radiotherapie, wenn der bestrahlte Bezirk die einzig messbare Läsion ist.

 

Studiensekretariat in Tübingen:
     Dr. C. Kollmannsberger, Prof. Dr. C. Bokemeyer

     Medizinische Universitätsklinik Tübingen

     Abteilung für Hämatologie und Onkologie

     Otfried-Müller-Strasse 10

     72076 Tübingen

     Telefon: 07071 / 298 2795, -7121

     Fax: 07071 / 29 5332, -3675

     Email: christian.kollmannsberger@med.uni-tuebingen.de

      carsten.bokemeyer@med.uni-tuebingen.de