Randomisierte Phase II/III Studie mit Taxol-BEP vs. BEP bei Patienten mit seminomatösen und nicht-seminomatösen Keimzelltumoren und intermediärer Prognose nach IGCCCG Kriterien ohne vorherige Chemotherapie



Die Erfahrungen in der Primärbehandlung von seminomatösen und nichtseminomatösen Keimzelltumoren mit intermediärer Prognose zeigen, daß annähernd ca. 70% aller Patienten geheilt werden können. Der derzeitige Therapiestandard für diese Prognosegruppe ist eine konventionell-dosierte Chemotherapie mit vier Zyklen BEP (Bleomycin, Etoposid, Cisplatin). In einigen Studien wurde versucht einen Überlebensvorteil für diese Patientengruppe im Rahmen alternierender oder sequentieller Chemotherapieprotokolle mit verkürzten Therapieintervallen zu zeigen. Es konnten jedoch keine verbesserten Ansprechraten erzielt werden. Es herrscht Konsens darüber, dass das Therapiekonzept der Hochdosischemotherapie für nahezu 2/3 dieser Patienten eine Übertherapie darstellt, da diese mit den herkömmlichen 4 Zyklen BEP geheilt werden können. Eine andere Therapiestrategie verfolgt den Ansatz neuere Zytostatika dem Standard-PEB hinzuzufügen. Taxol ist eine neuere Substanz mit erwiesener antineoplastischer Aktivität vor allem bei cisplatin-refraktären Keimzelltumoren und tolerablen Toxizitäten. Daher sollen in einer randomisierten Therapiestudie vier Zyklen BEP gegenüber vier Zyklen Taxol-BEP verglichen werden.


Studienziele:
  • Beurteilung der Wirksamkeit der Therapiestrategie PEB vs. Taxol-BEP bei Patienten mit intermediärer Prognose

  • Vergleich des Ereignisfreien Überlebens beider Therapiearme

  • Beurteilung der Belastung des Patienten respektive der Lebensqualität, der akuten und intermediären Toxizitäten vor und nach der Therapie in beiden Therapietrategien

 

Einschlusskriterien:
  • Histologisch nachgewiesener seminomatöser oder nicht-seminomatöser Keimzelltumor (Patienten mit reinem Seminom aber erhöhtem AFP Wert werden als Kombinationstumoren gewertet)

  • Erfüllung aller Kritierien für die Prognosegruppe "intermediäre Prognose" nach IGCCCG Kriterien:

    Nichtseminome:

    -gonadaler/retroperitonealer Primärtumor und
    -intermediäre Tumormarker mit:
    AFP >1.000 und < 10.000 U/L
    oder HCG > 5.000 und < 50.000 U/L
    oder LDH >1,5 fach und < 10 fach des oberen Normwertes
    -keine nicht-pulmonalen viszeralen Metastasen

    Seminome:
    -jede Primärlokalisation
    -jedes HCG, LDH
    -nicht-pulmonale viszerale Metastasen
    -normaler Wert für AFP

  • Kreatinin Clearance > 40 ml/min

  • Leukozyten > 3000/nl und Thrombozyten >100.000/nl

  • WHO Status 0, 1 oder 2

  • Alter 16 - 50 Jahre, männliches Geschlecht

  • Keine vorherige Chemoterherapie

  • Schriftliche Zustimmung des Patienten nach Aufklärung

 

Ausschlusskriterien:
  • Patienten mit allen Kriterien "gute Prognose" oder mit einigen Kriterien "schlechte Prognose" nach IGCCCG Klassifikation

  • Vorangegangene Chemotherapie

  • Patienten mit Zweittumoren (Ausnahme: Basaliom)

  • Alter < 16 Jahre oder > 50 Jahre, weibliches Geschlecht

  • WHO Satuts 3 oder 4

  • Patienten mit deutlich eingeschränkter Organfunktion:

    -Nierenfunktionseinschränkung mit Kreatinin-Clearance <40 ml/min, ohne obstruktive Komponente
    -Leberfunktionseinschränkung mit Bilirubin >1,5 fach oder AST >2 fach des oberene Normwertes

  • Vorbestehende Neuropathie

  • Patienten mit anderen schwerwiegenden Erkrankungen die mit der Durchführung des Therapieprotokolls unverinbar sind

 

Studiensekretariat:      Prof. Dr. P. Albers

     Klinik für Urologie - Klinikum Kassel GmbH

     Mönchebergstr. 41 - 43

     34125 Kassel

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